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Weicheier haben mehr Spaß!
April 2000
Neulich ging ich zur U-Bahn 'runter, da watschelte vor mir so'n Typ die Treppe 'runter, Marke Möchtegern-Supermario, knapp so breit wie hoch, der Kopf knapp so dick wie der rechte Oberarm. Der ging dermaßen breitbeinig, dass er dabei schaukelte wie'n Kamel. Gesellte sich unten auch prompt zu zwei ganz ähnlichen Typen, die hatten beide grüne Trainingsanzüge an mit der Aufschrift: »Security«. Ich dachte mir: »Sieh da, ein Hartei!« Und fast war es Mitleid, als ich weiterdachte: »Muss ja ganz schön weh tun!«
»Harte Eier« – so nannte man doch früher den Zustand, wenn ein junger Mann noch nie oder seit Monaten oder Jahren nicht mehr mit einer Frau geschlafen hatte. Ein »Weichei« ist demnach ein Mann mit erfülltem Sexualleben. Einer, der nicht der Größte und Stärkste zu sein braucht, weil er schon der Schönste ist – zumindest bei seiner Liebsten. Oder auch bei seinem Liebsten.
Wie schön, dass ich ein Weichei bin! Es reicht ja, wenn meine Eier nur in gewissen Minuten hart werden.
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Tucholsky räumt auf
(März 1999)
Ein weiteres rundes Jubiläum, diesmal das 80., ist verstrichen, und die einzige deutsche Revolution, die eine neue Staatsordnung hervorbrachte - die von 1918/19 -, blieb auch diesmal eine Sache der Parteihistoriker und Archivare. Hier soll sie zur Abwechslung unter einem literaturgeschichtlichen Aspekt angerissen werden: Im März 1919 erschien in der »Weltbühne« Kurt Tucholskys programmatischer Essay »Wir Negativen«, in dem er das Konzept einer moralischen deutschen Revolution entwarf und gleichzeitig der »Weltbühne« insgesamt ein Programm gab. Im gleichen Heft (Nr. 12 vom 13. 3. 1919) machte sich sein Homunculus Kaspar Hauser mit einem bittersüßen Liedchen über »Papa Ebert« und den Kompromiß her. Zum Artikel
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